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Contributors: Alexander Rabl (Text) +++ Stefan Fuhrer (Layout)+++
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Samstag, 9. Oktober 2010

Immer wieder eine Entdeckung: Alzinger!





Alzheimer? Alzinger! Irgendwo haben wir's aufgeschrieben. Immer mehr ältere Leute, so der Spiegel und andere Weinzeitschriften, kriegen Alzheimer oder Alzinger und vergessen alles um sie herum. Sie vergessen, wer sie sind und waren und sein wollten. Sie vergessen ihre Lieblingsrestaurants. Sie vergessen andere Weine. Sie vergessen ihre Feinde (schlecht) und ihre Freunde (wenn es sein muss). Sie vergessen sich. Alzinger macht großartige Wachauer. Er war schon berühmt. Aber das können wir vergessen. Denn jetzt ist er wirklich berühmt. Der Sommelier des Noma (Redzepi, bestes Restaurant der Welt für alle, die auf Rankings stehen, Sie wissen schon. Sie wissen nicht? Was machen Sie dann hier?), also der Sommelier dieses Kultlokals, man darf das so sagen, servierte in einem arte-Portrait der Sterneküche und -Köche einen Alzinger zum Essen. Live und ungeschnitten. Er empfahl den Alzinger zu den Gerichten des René Redzepi und normalerweise müßte die Nation, die österreichische Nation, in einer Art Taumel in die Wachau pilgen und Lieder singen und den Loibnerberg hinauf- und hinuntertanzen. Aber die Österreicher schauen nicht arte. Der Verdacht: die Familie Alzinger auch nicht. Deshalb morgen noch schnell in die Wachau. Ein bisschen etwas kaufen, solange die Preise sich noch nicht an den Tabellen der "Best Restaurants of the World" orientieren. Und eigentlich, wie hieß der Wein nochmal? Schon wieder vergessen. Wie heiße ich eigentlich? (ar)

Weingut Alzinger
3601 Unterloiben 11
Tel.: +43 (o) 2732 77900

Kommentare:

  1. "Sie wissen nicht? Was machen Sie dann hier?" Großartig, Herr Rabl-Stadler. Danke!

    Aber eine Frage: ich dachte, de Herr in Dänemark verwendet nur skandinavische Produkte? Dann könnte er aber nur Bier anbieten,
    Bitte um Aufklärung.

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  2. Redzepi verwendet nur skandinavische Zutaten zum Essen, Kräuter, Gemüse, Fisch, Fleisch, Butter, was halt da ist. Aber beim Trinken ist das Lokal etwas mehr kosmopolitisch. Ich selbst würde auch lieber Meerwasser aus dem Hafen saufen, als ein Bier zu den köstlichen, auf warmem Stein servierten Langustinen, die man mit den Fingern isst...

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  3. Wobei: eigentlich habe ich nichts gegen ein gutes Bier ...

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