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Contributors: Alexander Rabl (Text) +++ Stefan Fuhrer (Layout)+++
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Montag, 15. November 2010

Brüder, zur Sonne!

Wien im November. Müssen wir noch etwas sagen? Sonne überall. Nur nicht hier. Bloss im Ristorante Il Sole haben die österreichischen Jahreszeiten und ihre Tristesse Hausverbot. Das Il Sole, für alle, die weder mit  Wien noch mit Musik was am Hut haben, liegt in der Annagasse, also ein paar Schritte neben der Oper und wird nicht nur aus diesem Grund von den Domingos, Schades, Mayers, Wagner Trenkwitzes und anderen Opernmenschen der Welt frequentiert. Patron Aki Nuredini gibt den Vielreisenden ein Zuhause und es geht hier nicht darum, ob die Pizza die beste der Stadt ist (sie ist es nicht) oder die Spaghetti mit Meeresfrüchten besser sind als auf Capri (sie sind maximal genauso gut, schön mit geriebenen Sardellen und gekrönt von einem herrschaftlich dreinblickenden Kaisergranat), es geht nicht nur um diese Frage, wenn auch klar ist, dass Opernsänger und Musiker im Schnitt eher besser essen wollen als der Rest der Bevölkerung. Der Charme des Herrn Nuredini ist es, der ihnen diesen Platz zum Homeplace gemacht hat. Seit vielen Jahrzehnten schon. Ich stolperte quasi im Vorübergehen eines späten Abends hinein, wurde nicht blöd angeschaut, sondern einem Tisch zugewiesen, aß ausgezeichnet und hörte von der Bar ein bißchen Verdibariton und sodann den Sarastro. Ein eingesessener Opernbariton saß da und feierte mit ein paar Liedern und ein paar Grappas den Geburtstag. Wenn Sie andere Orte in Wien kennen, die ähnlich sympathisch sind, bitte nennen Sie sie uns. (ar)

Kommentare:

  1. wann folgt die bildstrecke mit den step-by-step-fotos zum reiben von sardellen?

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  2. wir arbeiten daran.

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